Rasen richtig bewässern

Nach Menge statt nach Minuten

Bewässerung soll den Pflanzenbestand mit Wasser versorgen, nicht lediglich die Oberfläche nass machen. Wie häufig und wie viel Wasser erforderlich ist, hängt von Wetter, Boden, Wurzelraum, Pflanzenbestand und Entwicklungsphase ab.

Die wichtigste Rechengröße

1 mm Niederschlag bzw. Bewässerung = 1 Liter Wasser je Quadratmeter.

Fläche10 mm15 mm
100 m²1.000 l1.500 l
300 m²3.000 l4.500 l
500 m²5.000 l7.500 l
1.000 m²10.000 l15.000 l

Wie viel Wasser braucht die Fläche?

In heißen Sommerphasen verdunstet eine Rasenfläche etwa 3 bis 5 Liter je Quadratmeter und Tag, im Mittel wird mit rund 4 Litern gerechnet. Bleibt Regen aus, sind das rund 25 bis 30 Liter je Quadratmeter und Woche. Bei kühlerer Witterung liegt der Bedarf deutlich darunter – Niederschlag wird angerechnet, nicht zusätzlich gegossen.

Diese Menge gehört nicht täglich in kleinen Portionen auf die Fläche, sondern in ein bis zwei durchdringende Gaben. Wie groß eine einzelne Gabe sein darf, begrenzt der Boden: Er kann nur so viel speichern, wie in den durchwurzelten Bereich passt. Alles darüber versickert in Tiefen, aus denen die Wurzeln nichts mehr holen.

BodenSpeicher bei 10 cm WurzeltiefeSinnvoller Rhythmus
sandig, lockerrund 12 Liter je m²kleinere Gaben, dafür alle 3 bis 4 Tage
lehmig bis tonigrund 25 Liter je m²größere Gaben, dafür etwa wöchentlich

Nicht nach Minuten, sondern nach tatsächlich ausgebrachter Wassermenge beurteilen

Die Laufzeit eines Regners allein sagt wenig aus. Entscheidend ist, welche Wassermenge auf der Fläche ankommt und wie gleichmäßig sie verteilt wird. Eine einfache Kontrolle mit mehreren gleichartigen Auffanggefäßen kann Verteilungsunterschiede sichtbar machen.

Boden und Wurzelraum mitdenken

Ein gut entwickeltes Wurzelsystem erschließt Bodenbereiche, aus denen Wasser aufgenommen werden kann. Verdichtung kann Wurzelwachstum, das Eindringen von Wasser in den Boden und dessen Verteilung beeinträchtigen. Häufigere Bewässerung kann Symptome teilweise kompensieren, beseitigt aber kein strukturelles Bodenproblem.

Anwachsphase und etablierten Rasen unterscheiden

Frisch verlegter Rollrasen besitzt zunächst noch keinen tiefen Anschluss an den neuen Standort. In dieser Anwachsphase – den ersten Wochen nach der Verlegung, bevor der Rasen fest verwurzelt ist – muss Austrocknung vermieden werden. Mit zunehmender Durchwurzelung kann die Bewässerungsstrategie auf den etablierten Bestand umgestellt werden.

Sie wollen mehr Informationen? Lesen Sie hier weiter im Rasenlexikon:

Bewässerung nach Bedarf statt nur nach Kalender

Temperatur, Niederschlag, Wind, Sonneneinstrahlung, Bodenfeuchte und Wachstum verändern den Wasserbedarf. Eine starre Kalenderbewässerung ohne Kontrolle kann daher zu Unter- oder Überversorgung führen.